Avignon 2019

Soviel zu meinen Plänen….
Nachdem ich gestern in das Zentrum von Chateaurenard gefahren bin, musste ich leider meine Pläne ändern. kein durchkommen. Ist aber nicht weiter schlimm da das Stadtfest, welches ab heute stattfindet aufgebaut wurde. Ihr ahnt schon, dass ich mir das wenn möglich nicht entgehen lassen werde. Die Südfranzosen sind ja fast schon legendäre Partymacher. Was mich an einen meiner Lieblingsfilme mit Jean Reno erinnert: Ein Sommer in der Provence.
Keine Angst ich spoiler hier jetzt nicht. Den Film dürft ihr euch aber nicht entgehen lassen. Großartig!!

Also ne kleine Runde durch den Ort gedreht und kurzer Hand umgeplant.

AVIGNON

Nicht weit von meiner kleinen Unterkunft liegt diese sagenumwobene mittelalterliche Stadt. Lange hat sie als Heimat der Päpste gedient und der Palast der Päpste (Palais des Papes) ist sicherlich neben der von allen deutschen Musikschülern gehasste Brücke DIE Attraktion der Stadt. Einen Parkplatz mitten im historischen Stadtkern zu finden war leicht, sind diese für Personen mit Berechtigung doch zahlreich vorhanden. Eine Toilette dagegen schwer. Einfach an den vielen Bars und Restaurants fragen! Ich habe ohne den gesamten Stadtkern gesehn zu haben und auch nicht den äussersten Ring der Innenstadt gute 7km runtergespult. Lt. Strava, eine Tracking App in der man auch Rollstuhl einstellen kann. Viele Straßen der Innenstadt sind mit dem Rollstuhl gut zu bewältigen, aber zu den Päpsten brauch es entweder Hilfe oder viel Erfahrung mit dem eigenen Rollstuhl und Kraft.

Nehmt euch ausreichend trinken mit. Im Sommer ist es in der Stadt irre heiss.

Nachdem ich mich über Kopfsteinpflaster den Hügel zum Eingang der Papsthütte hoch gearbeitet hatte, wohlgemerkt ich mache eine ungeplante Reise! musste ich feststellen dass ich da nicht rein komm. Die Sicherheitsleute am Metalldedektor haben mich zwar gesehn aber sind dann nach Innen verschwunden. Das war s also mit reinkommen? Nicht mit mir. Also wieder ein Stück runter und die andere Seite (Asphaltiert) den Hügel noch weiter hoch.

UND? wieder nix. Was nicht heissen soll dass es keine Zugangsmöglichkeit für Rollstuhlfahrer gibt. Vllt. doch vorbereiten? Nö. Das Abenteuer macht bisher zu viel Spaß. Und oben angekommen hat man eine herrliche Aussicht über keine Ahnung wieviel Kilometer Frankreich. Ganz hoch bin ich dann doch nicht, zu heiss zu allein. Aber mit Hilfe sicher kein Thema.
Nach einem ausgiebigen Päuschen wieder runter in die Stadt und eine der größeren Strassen entlang. Da war sie plötzlich, die Tourist information, aber zu meinem Glück hatte die bereits zu. August bist 18 uhr. und ich darf weiter ohne wissen und ungeplant weiter reisen.

Im großen Bogen an den Markthallen, natürlich um diese Uhrzeit (schon 19 Uhr) auch geschlossen, zurück zum Auto.
Was ich jedem auch noch empfehlen kann entweder ne finde mein Auto app oder irgendwie sowas. Da ich ja mit Strava unterwegs war ging das auffinden des Autos problemlos da ich auf der Karte genau sehen konnte wo ich gestartet bin.

Zu eurer Beruhigung, ich hab mittlerweile ca. 300 Bilder gemacht, die ich, natürlich nicht alle, nach meiner Reise in die Bildergalerie packen werde.

In diesem Sinne
Euer

Hansjörg

Provence 2019

Willkommen in der Provence,

Ein ganz besonderes Fleckchen Erde hat sich da jemand oder das Universum ausgedacht, Ruhe, Natur, aber auch Urbane Geschäftigkeit vereinen sich hier mit fast mittelalterlichen Gegebenheiten.

Gestern bin ich um 3 Uhr, wie geplant los und nach dem mir die super freundlichen Zollbeamten der Schweiz am Schaffhausser Grenzübergang kurz nach 5 Uhr eine Vignette verkauft haben noch bis Avignon gekommen. Am Grenzübergang direkt schräg gegenüber des Grenzwärterhäuschens befindet sich 20m von der Verkaufstelle der Vignetten ein ausgewiesener Parkplatz für berechtigte Geheingeschränkte.
Hihi, klingt, wenn man es politisch korrekt schreibt, echt komisch.
Aber Tatsache ist, dass die Parkplätze oftmals als Rolliparkplätze bezeichnet werden und dabei vergessen wird, dass sie auch von anderen Menschen mit aussergerwöhnlicher Gehbehinderung genutzt werden können. Wenn die denn einen Parkausweis ihres Ordnungsamts haben und zwar den blauen nix anderes gilt hier. Kein Behindertenausweis und auch keine anders farbigen Ausweise!!! Wollt ich hier mal als allgemeine Information los werden.

Und danke auch an die deutschen Straßenplaner die mich für 70km bis zur Grenze in über 2 Stunden durch Süddeutschland gejagt haben in strömendem Regen und sage und schreibe 6 Umleitungen mit 40 km Umweg also 110km Fahrtstrecke. Und da nützt auch keine Umweltabgabe. Oder Co2 Abgabe oder sonst was. Da sollte man mal versuchen dem Fernverkehr in ländlichen Regionen bessere und kürzere Strecken zu planen. Weil da wo ich gefahren bin mussten ja auch alle Lastwagen entlang. Durch Ortschaften, Weiler und noch noch kleinere Häuseransammlungen, die verständlicherweise das Tempo mit 30 km/h beschränken weil sie nachts den Lärm reduziert haben wollen.

Und nun zurück zu meiner Reise:
Nachdem ich das, für alle Europäer, Internet und Mobilfunkloch Schweiz kurz hinter Genf wieder verlassen hatte, kam mit der mobilen Freiheit auch die Sonne und die Fahrt in den Süden Frankreichs machte gleich doppelt soviel Spaß.
Kurz hinter Avignon ging mir dann aber doch mal die Puste aus und wärend eines längeren Stops an einem an den französischen Autobahnen herrvorragend ausgebauten Parkplätzen, suchte ich via Internet nach einer von Marseille, meinem eigentlichem Reiseziel, nicht all zu weit entfernten Unterkunft.

Da ich ja weis dass es von Avignon nach Marseille keine allzu große Reise mehr ist mir aber die Großstadtfahrt für diesen Tag zuviel gewesen wäre, beschloss ich dass auch ein oder zwei Tagesausflüge in die Hafenstadt und der Rest meines Urlaubs für die tolle Umgebung reichen. Also eine Nahe gelegene Unterkunft innerhalb meines Budgets mit geeignetem Bad finden. Die meisten Unterkünfte, so hab ich in meiner Vergangenheit gelernt, werben mit Barrierefreiheit durch Aufzüge und EG,…. Aber worauf es mir am meisten ankommt ist nicht das 30qm Zimmer, sondern das Bad. Es muss ausreichend groß sein, Dusche befahrbar und Toilette „besitzbar“,. Da geh ich schon mal den Kompromiss ein dass ich nicht auf beide Seiten des Bettes fahren kann oder meine Sachen aus der Tasche oder Koffer statt aus dem Schrank hole.
Geht es euch auch so?
Über eure Erfahrungen und Meinungen im Kommentar würd ich mich freuen.
Auf besagtem Parkplatz also nach einer Nahe gelegenen Unterkunft gesucht und gefunden.

Ich bin jetzt in Chateaurenard, einem kleinen Ort südlich von Avignon und ca. 45 Autominuten vor Marseille. Die Unterkunft liegt ausserhalb, ländlich der Stadt und ist perfekt für mich. Als ich hier ankam und vor dem verschlossenen Tor der Einfahrt stand dachte ich zuerst omG, wo bin ich hier? Und dann ging das Tor auf. Idyllisch, ruhig, wunderschön. Die Besitzerin empfing mich direkt am Tor und wies mich ein. Ein prächtiges Gelände mit Parkplatz empfing mich und das separat liegende Zimmer, mit aussergewöhnlicher und zuegegeben gewöhnungsbedürftiger Einrichtung…
Veronique, heisst die Hausdame und kümmert sich prächtig um die Gäste. Auf Wunsch gibt es das Zimmer auch mit Frühstück.
Ich habe das Zimmer über ein bekanntes Onlineportal gebucht und war 30 min später hier.
Tip: Man kann auch direkt (günstiger) buchen.
Mas des Retrouvailles, Chateaurenard

Heute geh ich noch das Städtchen und morgen ist Avignon geplant. Fürs Wochenende hab ich dann Marseille auf dem Plan, aber ich und meine Pläne…

Und noch ein Tip, die Autobahnen in Frankreich sind Gebührenpflichtig, kurz vor einer dieser Moutstellen steht aber ganz groß PÉAGE angeschrieben. Es gibt dann noch 1 AUsfahrtmöglichkeit sollte man der Maut ausweichen wollen. Bei der Zufahrt dieser Gebührenpflichtigen Abschnitte zieht man ein Ticket und ACHTUNG!! jetzt kommts bei der Ausfahrt zahlt man diese aber nicht wie in Italien oder so möglich, bei einer Person, sondern am Automat mit entweder Kreditkarte oder ihr habt ausreichend Bargeld dabei.

In diesem Sinne
Euer

Hansjörg